2025 – ein Jahr mit klaren Plänen und unerwarteten Wendungen
Während gerade überall Visionboards gebastelt, Ziele definiert und „Next-Level-Pläne“ für das neue Jahr geschmiedet werden, sitze ich hochschwanger hier und merke:
Ich will das alles nicht.
Nicht, weil ich gegen Weiterentwicklung bin. Sondern weil mich 2025 etwas ganz anderes gelehrt hat.
Familienalltag, Reisen und das Gefühl von Leichtigkeit
Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich bin mit klaren Vorstellungen in dieses Jahr gestartet. Beruflich wie privat.
Wir hatten uns als Familie mit Marlene richtig gut eingegroovt. Martina wurde immer selbstständiger, der Alltag fühlte sich strukturierter an. Und wir haben genau das gemacht, was uns guttut: Wir sind gereist.
Schon im Frühjahr waren diese kurzen Wochenendtrips mit dem Wohnmobil über Feiertage wie kleine Auszeiten vom Alltag. Rausfahren, durchatmen, Abenteuer erleben. Sie haben mir unglaublich gut getan – mental wie emotional.
Auch der Sommer war genau so, wie ich ihn mir gewünscht hatte: viel Familienzeit, Reisen, gemeinsame Erlebnisse, Leichtigkeit.
Der Plan für den Herbst war ebenfalls klar:
Mehr Arbeitsstunden bei FriedWald, weil Martina in die Volksschule kommt und Marlene einen Platz in der Kinderkrippe bekommen hat. Es sollte leichter werden. Überschaubarer. Strukturierter.
Und dann kam alles anders.
Eine Nachricht, die alles verschoben hat
Im Italienurlaub kam die Nachricht, die plötzlich alle Pläne infrage gestellt hat:
Ich war noch einmal schwanger.
Für Gerd und mich war das – ganz ehrlich – zuerst ein Schock. Nicht, weil wir kein Kind wollten. Sondern weil etwas ganz anderes geplant war.
Wir mussten uns als Paar neu sortieren, neu eingrooven, uns wieder auf eine Spur bringen. Denn wir hatten gerade erst das Gefühl, dass es leichter wird. Dass Raum entsteht.
Ein drittes Kind bedeutet keine Rückkehr zu alten Mustern – aber sehr wohl eine neue Herausforderung.
Heute sehen wir dieses Baby als Wunder. Als Schicksal. Als das Puzzleteil, das unserer Familie noch gefehlt hat.
Aber es wäre gelogen zu sagen, dass es unsere Pläne für die nächsten Jahre nicht komplett durcheinanderwirbelt.
Was mich 2025 wirklich gelehrt hat
Dieses Jahr hat mir nicht beigebracht, größer zu träumen.
Es hat mich gelehrt, genauer hinzuhören.
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Dass Pläne Orientierung geben können – aber keine Sicherheit.
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Dass Familie nichts ist, was man „optimiert“.
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Dass Arbeit mich tragen kann, auch wenn alles andere wackelt.
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Dass ich nicht alle Lebensbereiche gleichzeitig entwickeln muss.
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Und dass Kontrolle oft nur ein Versuch ist, Unsicherheit zu überdecken.
2025 war nicht perfekt.
Aber es war ehrlich. Und echt.
Warum ich 2026 bewusst ohne Visionboard starte
Ich sehe sie überall: Visionboards, Manifestationen, konkrete Ziele, Jahrespläne.
Und ich spüre ganz klar: Ich sehe mich darin nicht.
Das kommende Jahr wird herausfordernd – körperlich, emotional, organisatorisch.
Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, ein neues Familiensystem. Das lässt sich nicht sinnvoll in Kästchen pressen.
Ich brauche für 2026:
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keinen Druck
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keine Vorgaben
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keine Zielzahlen
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keinen Vergleich
Was ich brauche, ist Beweglichkeit. Präsenz. Vertrauen.
Was ich stattdessen mitnehme
Statt Zielen nehme ich eine Haltung mit:
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Wir gestalten das Jahr so, dass es einfach bleibt.
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Wir schauen, was gerade machbar ist.
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Wir machen Pausen, ohne sie rechtfertigen zu müssen.
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Und wenn etwas nicht klappt, dann darf das so sein.
Ich will weniger kontrollieren und mehr hineinfühlen.
Mehr intuitiv entscheiden.
Bewusst Dinge tun, auf die wir Lust haben – und die sich gut anfühlen.
Mama arbeitet. Auch ohne Masterplan.
Arbeiten bleibt ein Teil von mir.
Nicht als Beweis. Nicht aus Pflichtgefühl. Sondern weil es zu meiner Identität gehört.
Aber 2026 darf sich entfalten, ohne dass ich es festlege.
Ohne Visionboard. Ohne Zielsetzung. Aber mit mir – und mit uns als Familie.
Vielleicht ist das mein größtes Learning aus 2025:
Ich muss nicht wissen, wohin ich gehe – solange ich weiß, wie ich gehen will.










