Meine Geburtsreise: Die letzten Tage vor der Geburt – zwischen Hoffnung, Kaiserschnitt und einem Baby, das selbst entscheidet

On: März 13, 2026

Wenn kurz vor der Geburt plötzlich alles anders kommt

Die letzten Wochen vor dem errechneten Geburtstermin waren für mich emotional intensiver, als ich es erwartet hätte.

Eigentlich war alles klar:
Meine beiden älteren Kinder kamen spontan zur Welt – beide in der 38. Schwangerschaftswoche. Ich ging also ganz selbstverständlich davon aus, dass auch dieses Baby wieder spontan geboren werden würde.

Doch dann kam der Termin beim Frauenarzt in der 37. Schwangerschaftswoche – und plötzlich war nichts mehr so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Unsere kleine Prinzessin hatte sich von einer perfekten Schädellage in eine Beckenendlage gedreht.

Und damit begann meine ganz persönliche Geburtsreise.


Beckenendlage kurz vor der Geburt: Wenn die Zeit knapp wird

Eine Beckenendlage bedeutet, dass das Baby nicht mit dem Kopf nach unten liegt, sondern mit dem Po oder den Füßen.

Nachdem meine anderen beiden Kinder bereits in der 38. Schwangerschaftswoche geboren wurden, war die Zeit plötzlich knapp. Es war unklar, ob sich das Baby noch einmal selbst drehen würde.

Mein Frauenarzt empfahl mir deshalb eine äußere Wendung.

Dabei versuchen Ärzte im Krankenhaus, das Baby von außen über den Bauch vorsichtig in die richtige Lage zu drehen.

Die Chancen?
Etwa 50:50.

Und ja – ich hatte gehört, dass es schmerzhaft sein kann.

Trotzdem wollte ich es unbedingt versuchen.

Denn für mich persönlich stand fest: Ich wollte keinen Kaiserschnitt, wenn es sich vermeiden lässt.


Der Versuch der äußeren Wendung im Klinikum Graz

Eine Woche später hatten wir den Termin im Klinikum Graz.

Der ganze Vormittag war dafür eingeplant.

Zweimal wurde versucht, unsere kleine Maus aus dem Becken anzuheben und zu drehen. Das medizinische Team war unglaublich ruhig und professionell.

Aber unsere Tochter hatte offenbar ihren eigenen Plan.

Sie ließ sich kein bisschen drehen.

Nach zwei Versuchen war klar:
Die äußere Wendung hatte nicht funktioniert.

Damit blieb nur noch eine Option: ein geplanter Kaiserschnitt.

Der Termin wurde für zwei Wochen später angesetzt.


Als mir klar wurde, dass ein Kaiserschnitt auf mich wartet

Ich muss ehrlich sagen: In diesem Moment ist für mich innerlich eine kleine Welt zusammengebrochen.

Zwei wunderbare Spontangeburten lagen hinter mir.
Und plötzlich sollte mein Kind einfach operativ geholt werden.

Ich musste das erst einmal verarbeiten.

Ein paar Tage lang zog ich mich emotional zurück und versuchte, mich mit diesem Gedanken anzufreunden.

Besonders gruselig fand ich mehrere Dinge:

  • dass das Baby nicht selbst entscheidet, wann es kommt

  • dass ich keine Wehen und keine Pressphase hätte

  • dass mein Baby einfach „geholt“ wird

  • die Spinalanästhesie, bei der man den Unterkörper nicht mehr spürt

  • und die Frage: Was ist, wenn ich meine Beine danach nicht mehr bewegen kann?

Der Gedanke an einen geplanten Kaiserschnitttermin fühlte sich für mich tatsächlich ein bisschen so an, wie jemand einmal scherzhaft sagte:
„Wie ein Zahnarzttermin – man geht hin und bekommt ein Baby.“

Und genau das fand ich unglaublich befremdlich.


Wie mir plötzlich viele Frauen Mut gemacht haben

Nachdem ich offen über die Situation gesprochen hatte, erreichten mich unzählige Nachrichten.

Viele Frauen erzählten von ihren eigenen Erfahrungen mit:

  • Beckenendlage

  • Kaiserschnitt

  • oder unerwarteten Geburtsverläufen

Und immer wieder kam dieselbe Botschaft:

Dein Baby wird schon wissen, warum es das so macht.

Diese Nachrichten haben mir unglaublich geholfen.

Langsam begann ich, mich mit dem Gedanken an einen Kaiserschnitt anzufreunden.


Ein unerwarteter Vorteil: Die Entscheidung zur Sterilisation

Ein Gedanke half mir zusätzlich, Frieden mit der Situation zu schließen.

Wir hatten schon lange darüber gesprochen, dass unsere Familienplanung mit diesem Kind abgeschlossen sein würde.

Die Frage nach der Verhütung nach der Geburt stand ohnehin im Raum. Spirale, Pille oder andere Methoden fühlten sich für mich nie richtig an.

Beim Kaiserschnitt gibt es jedoch die Möglichkeit, sich gleichzeitig sterilisieren zu lassen – ein Eingriff, der nur etwa zehn Minuten länger dauert.

Für mich war das plötzlich ein sehr klarer Gedanke:

Der Kaiserschnitt bringt unser Baby gesund auf die Welt
und gleichzeitig können wir das Kapitel Familienplanung endgültig abschließen.

Das hat mir erstaunlich viel Ruhe gegeben.


Als mein Baby entschied, den Termin zu ignorieren

Der Kaiserschnitt war für einen Montag geplant.

Aber unsere kleine Tochter hatte offenbar ihre eigene Vorstellung davon, wann sie geboren werden wollte.

Am Freitag davor wachte ich mit Wehen und einer Blutung auf.

Und mir war sofort klar:
Das Baby kommt heute.

Also fuhren Gert und ich ins Krankenhaus.

Im Kreißsaal ging dann alles ziemlich schnell. Die Ärzte entschieden, den geplanten Kaiserschnitt sofort durchzuführen, statt bis Montag zu warten.


Der Moment, in dem meine Tochter geboren wurde

Der Kaiserschnitt selbst dauerte ungefähr 20 Minuten.

Dann war sie da.

Sie schrie sofort – und mir liefen die Tränen.

Ich war einfach nur überglücklich.

Während ich noch im OP versorgt wurde, durfte sie schon zum Papa.

Ein Moment, den ich nie vergessen werde.


Die Tage danach im Krankenhaus

Nach der Geburt hatte ich ziemlich starke Nachwehen und brauchte einige Schmerzmittel.

Vier Tage blieb ich im Krankenhaus.

Die Betreuung auf der Station war unglaublich liebevoll. Das Pflegepersonal, die Hebammen und auch meine Zimmerkolleginnen haben diese Zeit sehr besonders gemacht.

Nach vier Tagen durften wir schließlich nach Hause.


Zurück im Alltag: Wenn Gefühle plötzlich überrollen

Und dann kam der Moment, auf den niemand vorbereitet ist:

Der Alltag.

Kaum zu Hause, war plötzlich alles wieder da.

Hausaufgabenprobleme bei der Großen.
Autonomiephase bei Marlene.
Der Haushalt, der auf mich wartete.

Und ich – mit Kaiserschnittschmerzen, Hormonen und einem Neugeborenen.

Nach ein paar Stunden flossen wieder die Tränen.

Weil ich plötzlich merkte:
Ich kann gerade nicht allem gerecht werden.


Wochenbett nach Kaiserschnitt: Langsam zurück ins Leben

Diese ersten Tage haben mir etwas Wichtiges beigebracht.

Es darf jetzt langsam gehen.

Der Geschirrspüler darf warten.
Die Wäsche darf warten.
Der Staubsauger auch.

Was nicht warten darf, sind:

  • mein Baby

  • meine beiden anderen Kinder

  • und meine eigene Erholung

Ich nehme noch Schmerzmittel, darf nichts heben – auch Marlene momentan nicht – und versuche wirklich, mich daran zu halten.

Meine Hebamme kommt regelmäßig vorbei und begleitet uns durch diese erste Zeit.

Und genau dort sind wir jetzt:
am Anfang unseres Wochenbetts.

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