6 Monate zu fünft: Unser Leben mit drei Kindern zwischen Wochenbett, Reisen und Familienchaos
Sechs Monate. Unsere kleine Marlies ist tatsächlich schon ein halbes Jahr alt.
Einerseits denke ich mir: Wie bitte konnte das so schnell gehen? Andererseits fühlt es sich an, als wäre sie schon immer da gewesen. Sie passt so selbstverständlich in unsere Familie, dass ich mir unser Leben ohne sie kaum mehr vorstellen kann.
Wobei ich manchmal auch denke: Das arme Kind hätte es in einer anderen Familie vermutlich deutlich ruhiger erwischt. 😅
Denn ruhig – das sind wir eher selten. Wir sind viel unterwegs, lieben Ausflüge, Kurzreisen und unser Go-Kart-Hobby und sitzen gefühlt ständig irgendwo im Auto oder Wohnmobil.
Zum Glück scheint Marlies genau das richtige Baby für unsere charmante Chaosfamilie zu sein. Ihr bisheriges Lebensmotto könnte ungefähr lauten:
„Hauptsache dabei. Nehmt mich einfach mit.“
Aber beginnen wir dort, wo meine letzte Geburtsgeschichte aufgehört hat: im Wochenbett.
Die ersten Wochen nach dem Kaiserschnitt: So hatte ich mir das nicht vorgestellt
Die ersten Wochen nach der Geburt waren für mich alles andere als leicht.
Der Kaiserschnitt hat mich körperlich viel stärker getroffen, als ich erwartet hatte. Ich hatte über Wochen starke Schmerzen, brauchte lange Schmerzmittel und fühlte mich teilweise wirklich außer Gefecht gesetzt.
Für jemanden wie mich, der normalerweise ständig unterwegs ist, Dinge erledigt, mit den Kindern etwas unternimmt und nur schwer stillsitzen kann, war das eine völlig neue Erfahrung.
Und ich muss ehrlich sagen: Das hat auch mental etwas mit mir gemacht.
Von einem Tag auf den anderen konnte mein Körper vieles nicht mehr, was vorher selbstverständlich gewesen war. Ich musste Hilfe annehmen, langsam machen und akzeptieren, dass mein Körper nach einer Schwangerschaft und einer großen Bauchoperation schlicht Zeit braucht.
Gerade das Akzeptieren war vermutlich meine schwierigste Übung.
Über Social Media bekam ich in dieser Zeit unglaublich viele liebe Nachrichten von Frauen, die Ähnliches erlebt hatten. Dieser Austausch hat mir wirklich geholfen und mir immer wieder Mut gemacht.
Rund zehn Wochen nach der Geburt kam mein Körper zurück
Irgendwann rund um die zehnte Woche nach der Geburt merkte ich plötzlich: Es geht bergauf.
Ich konnte wieder ordentlich gehen. Die Schmerzen verschwanden. Ich konnte die Schmerzmittel absetzen.
Und ich hatte zum ersten Mal seit der Geburt dieses Gefühl:
Jetzt fängt mein Leben wieder an.
Natürlich war es längst weitergegangen. Aber jetzt fühlte es sich auch für mich wieder danach an.
Und damit dauerte es bei uns – wenig überraschend – nicht besonders lange, bis die ersten Reisepläne konkreter wurden.
Der erste Reisepass und endlich wieder unterwegs
Wir wollten nach Italien. Eigentlich wollten wir gefühlt schon losfahren, bevor Marlies überhaupt ihren ersten Reisepass hatte.
Also warteten wir ziemlich ungeduldig auf das Dokument. Reisepass da? Wunderbar. Kind eingepackt. Los geht’s.
Unsere erste Reise zu fünft war für mich viel mehr als nur ein paar Tage Urlaub.
Nach den Wochen zu Hause und meiner körperlich schwierigen Zeit hatte ich endlich wieder das Gefühl, draußen zu sein. Unter Menschen. Unterwegs. Wieder ein Stück weit ich selbst zu sein.
Und ab diesem Zeitpunkt lief unser Leben eigentlich wieder weiter wie vorher.
Nur eben mit einem Kind mehr.
Leben mit drei Kindern – und einem erstaunlich entspannten Baby
Ich weiß nicht, womit wir dieses Baby verdient haben, aber Marlies ist wirklich ein unglaublich entspanntes Kind.
Natürlich hatten auch wir unsere anstrengenden Phasen. Besonders die klassische „Hexenstunde“ rund um die ersten Entwicklungswochen kennen wir mittlerweile von allen drei Kindern. Abends unruhig, viel Nähe brauchen, schwer zur Ruhe kommen – das volle Programm.
Aber auch diese Phase ging vorbei.
Und seither macht Marlies ziemlich alles mit.
Man könnte sie gefühlt um zwei Uhr morgens aufwecken und sie würde einen anschauen, strahlen und sich denken: „Okay, was machen wir jetzt Cooles?“
Genau dieses entspannte Wesen macht unseren Alltag mit drei Kindern wahrscheinlich um einiges leichter.
Drei Schwestern – und eine Verbindung, die mich jedes Mal berührt
Besonders schön ist es für mich zu beobachten, wie sich die Beziehung zwischen unseren drei Mädchen entwickelt.
Marlies liebt ihre Schwestern. Aber bei Martina ist es noch einmal etwas ganz Besonderes.
Sobald Martina den Raum betritt, sie ansieht oder mit ihr spielt, beginnt Marlies mit ihrem gesamten Repertoire an Quieken, Grunzen, Lachen und Strahlen.
Ich könnte den beiden stundenlang zuschauen.
Genau auf diese Entwicklung hatte ich mich während der Schwangerschaft so gefreut: nicht nur darauf, ein drittes Kind aufwachsen zu sehen, sondern darauf, zu beobachten, wie drei Schwestern miteinander groß werden.
Und nach sechs Monaten bekommt man langsam eine erste Ahnung davon.
Unsere ersten Sommerferien zu fünft: Das Baby war nicht die Herausforderung
Dann kamen unsere ersten Sommerferien als fünfköpfige Familie.
Und ich hatte vorher durchaus Respekt davor.
Interessanterweise war am Ende aber nicht das Baby die größte Herausforderung.
Es waren die beiden Großen.
Marlene ist im Mai drei Jahre alt geworden und mittlerweile mit voller Überzeugung in ihrer Autonomiephase angekommen. Sie weiß ziemlich genau, was sie möchte – und vor allem, was sie NICHT möchte.
Martina wiederum war jahrelang die große Schwester, die ziemlich selbstverständlich den Ton angeben konnte.
Tja.
Diese Zeiten sind vorbei. 😉
Marlene entwickelt gerade eine enorme Durchsetzungskraft und Martina muss lernen, dass ihre kleine Schwester mittlerweile eine sehr eigene Persönlichkeit mit sehr eigenen Vorstellungen hat.
Die beiden waren in diesen Ferien deshalb gefühlt in Dauerverhandlung darüber, wer wo welchen Platz in der Familie einnimmt.
Meine Aufgabe?
Streit schlichten. Verhandeln. Trösten. Grenzen setzen. Und wieder von vorne.
Zwischen Geschwisterstreit und Babyschlaf
Gleichzeitig musste ich darauf achten, dass Marlies in unserem Familienchaos überhaupt ausreichend Ruhe bekommt.
Ein Baby braucht schließlich noch ziemlich viel Schlaf.
Wenn rundherum gelacht, gestritten, gespielt, gerufen und durchs Haus getobt wird, ist „Leg dich einfach hin und schlaf ein bisschen“ allerdings leichter gesagt als getan.
Das war tatsächlich eine meiner größten Aufgaben in diesem Sommer: irgendwo zwischen dem Leben der beiden Großen immer wieder kleine Ruheinseln für das Baby zu schaffen.
Nach unserem Sommerurlaub wurde es zum Glück zunehmend entspannter.
Vielleicht mussten wir uns tatsächlich alle erst einmal in dieser neuen Konstellation finden.
Nach sechs Monaten sind wir als fünfköpfige Familie angekommen
Und jetzt sitzen wir hier im September.
Sechs Monate nach der Geburt.
Die Sommerferien gehen zu Ende, Martina startet in die zweite Klasse der Volksschule und Marlene wechselt von der Kinderkrippe in den Kindergarten.
Und Marlies?
Die ist einfach dabei.
So wie sie offenbar vorhat, ihr gesamtes erstes Lebensjahr zu verbringen.
Wenn ich auf die vergangenen sechs Monate zurückblicke, fühlt es sich deshalb tatsächlich so an, als wäre sie schon immer Teil unserer Familie gewesen.
Wir haben unseren Rhythmus gefunden.
Nicht den perfekten Rhythmus. Den gibt es mit drei Kindern vermutlich ohnehin nicht.
Aber unseren.
Mama arbeitet wieder: Mein beruflicher Wiedereinstieg rückt näher
Und auch für mich beginnt bald wieder ein neuer Abschnitt.
Im November werde ich während meiner Karenz wieder einige Stunden bei FriedWald arbeiten.
Und darauf freue ich mich tatsächlich sehr.
Ich freue mich auf meine Aufgaben, auf meine Kolleginnen und Kollegen, auf Gespräche über Dinge, bei denen es ausnahmsweise einmal nicht um Kindergarten, Schule, Schlaf oder volle Windeln geht.
Muttersein ist ein riesiger Teil meines Lebens. Aber eben nicht der einzige.
Und deshalb fühlt sich dieser kleine Schritt zurück in die Arbeitswelt für mich gerade genau richtig an.
Unser Leben mit drei Kindern darf ruhig ein bisschen chaotisch sein
Sechs Monate zu fünft haben mir vor allem eines gezeigt:
Wir müssen als Familie nicht plötzlich andere Menschen werden, nur weil wir ein Baby bekommen haben.
Wir lieben es, unterwegs zu sein. Wir lieben Reisen, Ausflüge, neue Orte und gemeinsame Abenteuer. Das gehört zu uns und genau das möchten wir auch mit drei Kindern weiterleben.
Vielleicht hätte Marlies es anderswo tatsächlich ein bisschen ruhiger. 😉
Aber wenn ich dieses kleine, strahlende Baby anschaue, das gefühlt bei jedem neuen Abenteuer denkt „Hauptsache dabei!“, habe ich nicht den Eindruck, dass sie tauschen möchte.
Und wir sowieso nicht.
Jetzt beginnt für uns der Herbst. Mit einem Kindergartenkind, einer Zweitklässlerin, einem sechs Monate alten Baby und bald wieder ein bisschen mehr „Mama arbeitet“.
Welche neuen Herausforderungen, Erkenntnisse und Abenteuer auf unsere charmante Chaosfamilie warten?
Ich werde berichten.
























